Tremitische Inseln
Maritimer Nationalpark

Geschichte
Während
der Diktatur Benito Mussolinis wurden die Inseln als Gefangenenlager
benutzt. Heute sind sie wegen des sie umgebenden klaren Wassers eine
Touristenattraktion. Die Inselgruppe gehören seit 1991 zum
Naturschutzpark Parco Nazionale del Gargano.
Bewohnt
sind lediglich San Domino und San Nicola. San Domino, die früher
„Tremetis“ genannt wurde, ist die größte der Inseln. Sie ist für den
Tourismus am bedeutendsten und weist als einzige der Tremiti-Inseln
einen Sandstrand auf. Auf San Nicola lebt der Großteil der Bevölkerung.
Capraia
ist die einzig bedeutende der unbewohnten Inseln, sie ist Teil des
Naturschutzgebiets. Cretaccio ist ein großer Felsblock ohne
touristische Anziehung. Pianosa erhebt sich an der höchsten Stelle nur
15 Meter aus dem Meer. Während starker Stürme wird die Insel von den
Wellen manchmal komplett verschluckt.
Santa Maria di Tremiti
Ob
das Benediktinerkloster S. Maria di Tremiti schon im 8. Jahrhundert
bestand, ist zweifelhaft. Der Bericht des Leo von Ostia, Karl der Große
habe Paulus Diaconus dorthin in die Verbannung geschickt, ist fiktiv.
Der erste Abt ist 1005 belegt, 1045 wird die von Abt Alberich neu
erbaute Kirche vom Bischof von Dragonara geweiht. Im 11. Jahrhundert
brachten zahlreiche Schenkungen weltlicher Herren umfangreichen Besitz
auf dem Festland, vor allem im Marserland und im Prinzipat von Benevent
und in den Diözesen , Troia und Dragonara. 1038 hat Konrad II. auf
Bitten des Abtes Deodatus die Abtei in seinen Schutz genommen, was
Heinrich III. 1054 bestätigte,auch wenn das Reich keine dauerhafte
Herrschaft in Süditalien ausüben konnte. Enge Beziehungen bestanden zu
Montecassino: der spätere Papst Stephan IX. hat sich auf der Flucht vor
Heinrich III. vorübergehend nach Tremiti zurückgezogen. Leo IX. hat die
Abtei direkt dem Hl. Stuhl unterstellt, dennoch versuchte Montecassino
unter Nikolaus II., sich das Kloster einzuverleiben, allerdings ohne
bleibenden Erfolg. Abt Desiderius konnte eine Oberaufsicht ausüben,
Urban II. und seine Nachfolger ließen Tremiti in die Besitzlisten der
Privilegien für Montecassino aufnehmen, dennoch konnte das Inselkloster
seine Selbständigkeit behaupten, wie aus dem Eintrag im Liber Censuum
hervorgeht. 1237 ist auch der Treueid eines Abtes dort nachgetragen.
Die Plünderungen von Inseln und Kloster durch Piraten in der Zeit
Innozenz III. leiteten den geistlichen und weltlichen Niedergang ein.
Die von Gregor IX. angeordneten Reformen führten zum Anschluss des
Klosters an die Zisterzienserabtei Casanova in der Diözese Penne. 1412
ging der Klosterverband an die Lateranensischen Regularkanoniker über,
1782 wurde das Kloster aufgehoben und später zum Gefängnis umgewandelt.
Die reichhaltige Bibliothek unter Abt Eustasius um 1175 ist durch das
erhaltene Bücherverzeichnis bekannt.[4]
Verkehr
Ganzjährige
Schiffsverbindungen bestehen nur von Termoli aus (mit der Tirrenia di
Navigazione), in der Touristensaison Anfang Juni bis Ende September
können die Inseln auch von Pescara, Ortona, Vasto, Vieste, Manfredonia
oder Rodi Garganico (bis Ende August) mit dem Schiff erreicht werden.
In dieser Zeit sind mehrere Reedereien aktiv, unter anderem auch mit
Schnellbooten, so dass auch Fahrten von Pescara, Ortona und Vasto
schnell möglich sind. Vom Bahnhof der Stadt Termoli, an dem alle
Fernzüge halten, besteht ein Zubringerdienst zum Hafen. Das eigene Auto
kann nicht auf die Inseln mitgenommen werden.
Außerdem kann ganzjährig zweimal täglich mit dem Helikopter in 20 Minuten von Foggia nach San Domino geflogen werden.
Legende von Diomedes
Früher
wurden die Inseln auch als „die Inseln des Diomedes“ bezeichnet, da der
Begleiter von Odysseus hier nach dem Krieg gegen Troja gestrandet sein
soll. Nach einer Legende versteckte sich Diomedes nach dem trojanischem
Krieg auf der Insel. Nach seinem Tod trauerten seine Kriegsbegleiter
und wurden von Venus in weiße Vögel verwandelt, um ihm in den Himmel zu
folgen, in die sogenannten Diomedee.
Quelle: www.wikipedia.de